Mehr Personal für Gesundheit und Pflege: Das muss drin sein PDF Drucken E-Mail
Montag, den 07. März 2016 um 17:17 Uhr

Pflegenotstand in Deutschland: Es fehlen 100.000 helfende Hände.

 

Deutschlands Gesundheitsversorgung krankt an chronischem Personalmangel. In Deutschland fehlen insgesamt 100.000 Pflegekräfte, zudem Ärzte und technisches Personal. DIE LINKE greift das Thema auf und fordert ein entschiedenes Umsteuern der Bundesregierung. 

 

personalmangelDie Kürzungspolitik spart das Gemeinwohl systematisch kaputt. Im Rahmen unserer Kampagne gegen prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen organisieren wir vom 08. März bis zum 01. Mai bundesweit Aktionen und Veranstaltungen mit interessierten Bürgern, Sozialverbänden und Gewerkschaften – alle sind eingeladen, mitzumachen.

 

 

Bielefeld hat drei große und mit dem EvKB eines der größten Krankenhäuser in NRW. Die Nöte der Pflegekräfte müssen daher gerade in Bielefeld im Fokus der politischen Diskussion stehen. In den letzten 20 Jahren wurden Krankenhäuser in Unternehmen umgewandelt, nicht mehr der Mensch steht im Vordergrund, sondern die Wirtschaftlichkeit. Der größte und einer der wichtigsten Bereiche in einem Krankenhaus ist das Pflegepersonal. Im Unternehmen Krankenhaus, wird dieses Personal als Kostenstelle mit erheblichem Einsparungspotential betrachtet.

 

 

 

Die Folgen sind verheerend! Pflegerinnen sind unterbesetzt, bei Erkrankungen müssen die wenigen, die übrig geblieben sind diese ersetzen und die zusätzlich anfallende Arbeit auffangen. Dafür müssen sie ihre wenige freie Zeit opfern. Dadurch leidet die Qualität dieser wichtigen Arbeit. Menschen die diesen Beruf aus Leidenschaft und Liebe zum Menschen gelernt haben, brennen aus. Sie werden zynisch und können die Arbeit bald nur noch wie eine Maschine durchführen. Die Hygienestandards können nicht mehr eingehalten werden, multiresistente Keime wie der MRSA breiten sich aus, Arbeitsunfälle häufen sich und führen zu weiteren krankheitsbedingten Personalausfall und schließlich zu neuer Mehrbelastung. Der Pflegemangel macht das Personal krank.

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Bielefeld als großer Standort für Pflegekräfte muss sich gegen diese Privatisierung und diese unzumutbaren Umstände wehren. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Pflege wieder ein Beruf mit Qualitätssiegel sein kann, für die Patienten und für das Personal. Darum fordern wir als DIE LINKE, eine gesetzliche Personalbemessung und Krankenhäuser in öffentliche Hand.

 

 

Es gibt vom Deutschen Pflegerat eine Schätzung, dass wir ab sofort jährlich rund 2,5 Milliarden Euro zusätzlich benötigen, um die Pflege einigermaßen auskömmlich finanzieren zu können. Damit könnten ungefähr 45 000 Pflegekräfte eingestellt werden.  Angesichts des massiven Pflegenotstands und der oft unhaltbaren Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern sind die eingesetzten Summen geradezu lächerlich.

 

Es ist Zeit für ein entschiedenes Gegen- und Umsteuern gegenüber der Kürzungspolitik der Bundesregierung und für eine radikale Neuordnung der Finanzen im Bund und in den Ländern - für handlungsfähige, funktionierende Kommunen und ein soziales, gerechtes und lebenswertes Land.

 

 

Die Privatisierung der Gesundheits- und Pflegeversorgung macht aus kranken und pflegebedürftigen Menschen eine Ware. Die börsennotierten Privatkliniken und Pflegeheime sind nicht länger den Patienten verpflichtet, sondern dem shareholder value (oder: den Aktionären).

 

 

Mehr Personal für Gesundheit und Pflege: Das muss drin sein - gerade in einem reichen Land wie Deutschland, in dem das obere 1 Prozent der Superreichen fast ein Drittel des gesamten Privatvermögens besitzt!

 

Jonas Schmeißner

Kreisvorstand DIE LINKE Bielefeld

 

 

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