Personalmangel im Krankenhaus beenden! PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 23. März 2016 um 18:23 Uhr

Aufruhr im Evangelischen Krankenhaus

 

gesundheit32009 stand das Evangelische Krankenhaus Bielefeld (EvKB) in der Kritik, als 500 Mitarbeiter ausgelagert wurden. Jetzt gibt es wieder massiven Unmut unter den Beschäftigten. Der Grund: ein neues Arbeitszeitmodell, bei dem das Privatleben unter die Räder kommt.

 

Am Mittwoch wird der alleinerziehenden Krankenschwester mitgeteilt, dass sie am Samstag, wenn sie frei hat, arbeiten muß. Das ist Stress, denn der Babysitter will am Wochenende verreisen. Woher so schnell Ersatz bekommen? Dafür wird sie am Freitag vier Stunden vor Schichtende nach Hause geschickt. Die fehlenden Stunden muß sie natürlich nacharbeiten.

 

Wer bei Stand-by an die entsprechende Taste am DVD-Player denkt, kennt das EvKB nicht. Stand-by-Dienst bedeutet dort an seinem freien Samstag zu Hause am Telefon warten, ob doch die Arbeit ruft. Für diese Rufbereitschaft gibt es nicht mal 10 Euro. Und da kann es auch passieren, dass man auf einer Station einspringen muss, wo man noch nie zuvor gearbeitet hat.

Kein Wunder, dass die Belegschaft des Krankenhauses in Aufruhr ist. Diakonie und Kirche reden in der Öffentlichkeit gerne von den Werten der Familie. Für die eigenen Mitarbeiter scheint ein Familienleben aber nicht vorgesehen zu sein.

 

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Der neoliberale Umbau des Gesundheitswesens hat Krankenhäuser zu Fabriken für Profit gemacht, zu Lasten von Pfleger/innen und Patienten.

 

Dagegen wehren sich immer mehr Beschäftigte. 2015 hat ein Streik für mehr Personal an der Berliner Charité bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Dieses Jahr wollen es ihnen alle Krankenhäuser im Saarland und Unikliniken in NRW, Hamburg und Schleswig-Holstein nachmachen. Viele im EvKB hat das aufhorchen lassen.

 

Heinz Willemsen / Kampagnengruppe "Das muss drin sein"

 

Hier: Harald Weinberg, DIE LINKE: Krankenhausreform behebt Pflegenotstand nicht

 

Hier: Interview Grit Wolf/Krankenhaus Charité in Berlin

Bilder: Aktion Gesundheit ist keine Ware auf dem Jahnplatz (oben)

Infostand in der Niedernstraße - Mehr Personal für Pflege und Gesundheit (unten)