Solidarisches Rentensystem: Von Österreich lernen - PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 14. Juni 2017 um 17:16 Uhr

DIE LINKE fürchtet keinen Rentenwahlkampf

birkwaldfoto2Am 12. Juni stellte Matthias Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, kompetent und faktenreich die politischen Fehler der Rentenpolitik und den damit gewollten jahrelangen Abwärtstrend des Rentenniveaus da

Sowohl die Rente von Frauen als auch die von Männern ist mit aktuell durchschnittlich 713 beziehungsweise 1.006 Euro unter der errechneten Armutsgrenze von 1.050 Euro. Damit gelten mindestens 16,5 Prozent aller älteren Menschen als arm.

 

 

 

 

Den Abstiegstrend initiierte die Bundesregierung vor Jahren unter dem Deckmantel der Vorsorge gegen den demographischen Wandel. Statt der Stärkung der gesetzlichen Rente führten SPD und Grüne das Konzept privater Rentenversorgung ein. Problematisch: nur etwa sechs Millionen Menschen können für eine Riesterrente zur Erreichung aller staatlichen Zuschüssen einzahlen, die deutliche Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat dazu keine finanziellen Möglichkeiten.

 

 

 

 

Zum anderen wird auf diese Weise die paritätische Finanzierung verworfen - während Beschäftigte zusätzlich zu den 9,35 Prozent gesetzlicher Rentenabgabe noch zur Betriebs- und Riesterrente hinzuzahlen sollen und damit auf eine Abgabe von 14,75 Prozent ihres Bruttolohns kommen, zahlen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber weiterhin nur 9,35 Prozent. Und das bei erheblichem Wirtschaftswachstum.

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Zum Vergleich: In Österreich zahlen Beschäftigte zwar einen höheren Anteil als die Deutschen ein - 10,25 Prozent des Bruttolohns. Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hingegen kommen mit über 12,55 Prozent gut hinterher.

 

 

Ergebnis: kein Österreicher lebt im Alter unter der Armutsgrenze und fürchtet auch während seines gesamten Lebens keinen Abstieg sobald er nicht mehr erwerbstätig sein kann. Rund 800 Euro mehr Rente bekommt ein Österreicher im Vergleich zum deutschen Mann.

 

Die Forderungen der LINKEN für eine Rentenreform umfasst elf konkrete Punkte. Die drei wichtigsten und dringendsten:


• alle Menschen mit Erwerbseinkommen müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen (auch Ärzte, Abgeordnete, Beamte, Selbstständige etc.); für Langzeiterwerbslose müssen wieder Beiträge gezahlt werden

 

• die Beitragsbemessungsgrenze muss schrittweise aufgehoben werden - wer 10.000 Euro Gehalt hat, muss auch für 10.000 Euro Beiträge zahlen)

 

• das Rentenniveau muss wieder auf 53 Prozent angehoben werden

 

Ganz ohne Riester müssten ein durchschnittlich Verdienender (und sein Arbeitgeber) nur 35 Euro mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um ein Rentenniveau von 53% zu erhalten. Ein Riestervertrag sieht monatliche Beiträge in Höhe von oft über 100 Euro vor und schafft keine Rentengarantie.

 

Zusammen mit unserem Bundestagsabgeordneten kämpfen auch wir in Bielefeld dafür, dass niemand im Alter von weniger als 1.050 Euro leben muss.

 

Hier: Mehr Infos zur LINKEN Rentenpolitik