Unabhängige Patientenberatung erhalten PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 29. Juli 2015 um 05:26 Uhr

Betrug der Bundesregierung an den Interessen der Patient*nnen

 

ingehger3" Im Gesetz ist geregelt, dass sich Patient*innen unabhängig von den Krankenkassen und Ärzten beraten lassen können“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Inge Höger. „Jetzt soll ein privates Unternehmen, das gleichzeitig ein Call-Center im Auftrag von Krankenkassen betreibt, diese ‚unabhängige‘ Beratung übernehmen. Für mich ist das blanker Hohn. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass mit diesem Coup die bisherige wirklich unabhängige Beratung ausgeschaltet werden soll.“

 

 

Zur Erinnerung: Seit vielen Jahren gibt es die Forderung nach einer von den Interessen der Krankenkassen und Ärzten unabhängigen Beratung von Patient*innen. Im ganzen Bundesgebiet hatten sich verschiedene Initiativen gebildet, um diese Forderung umzusetzen.

 

 

Seit vielen Jahren sind Berater*innen auch in der Unabhängigen Patientenberatung in Bielefeld aktiv. Nun, wo endlich der Rechtsanspruch auf eine unabhängige Beratung durchgesetzt wurde und endlich auch Geld dafür zu Verfügung steht:

Nun soll diese Beratung von einem kommerziellen Call-Center, das bisher vor allem für Krankenkasse gearbeitet hat, erledigt werden?!

Wir sagen, dass ist Betrug an den Interessen von Patient*innen.

 

 

Das heißt den Bock zum Gärtner machen. Die in vielen Jahren erworbene Qualifikationen und Informationen der bisherigen 21 unabhängigen Patientenberatungsstellen werden dafür aufgegeben. Ich fordere die Bundesregierung, die Krankenkassen und den Patientenbeauftragten Laumann auf, die Vergabe zu stoppen und für eine wirklich unabhängige Beratung von Patient*innen zu sorgen.“

 

Inge Höger, MdB DIE LINKE