LINKE für Abschaltung des Atomkraftwerks Grohnde PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 25. September 2008 um 08:12 Uhr

Strom aus Atomkraft ist keine Alternative!

Stellungnahme der Partei DIE LINKE zur Diskussion um die Verlängerung der Laufzeit des Atomkraftwerks Grohnde

Im Sommer forderte Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, die Verlängerung der Laufzeit des AKW Grohnde, an dem die Stadtwerke Bielefeld beteiligt sind. Angesichts der hohen Öl- und Gaspreise müsste die billigere und sauberere Atomenergie neue Chancen bekommen. Dieser Position widerspricht DIE LINKE Bielefeld entschieden. 

Das derzeit stärkste Argumente der Atomkraft Befürworter ist das Klima-Argument (CO2 Emissionen).  Dieses Argument stimmt aber nur zum Teil. Richtig ist, dass ein Atomkraftwerk selbst keine CO2 Emissionen hat. In der ganzen Energiekette sieht die Sache aber schon ganz anders aus. Es beginnt schon beim Abbau der Uranvorkommen, die im Übrigen auch begrenzt sind. Je weniger Uran im Uranerz vorhanden ist desto mehr CO2 wird bei der Gewinnung frei gesetzt. Dann kommen Transport, Anreicherung, Stromproduktion und Transport und Verteilung des Stroms. An allen Punkten dieser Kette wird CO2 emittiert. Hinzu kommt noch, dass pro KWh Strom 3,2 Liter Wasser verbraucht werden.

Die Atomtechnologie ist eine sehr störanfällige Energie. Man mag sich kaum die Folgen ausmalen, die ein Unfall wie in Tschernobyl in Deutschland haben würde. Aber die Störanfälligkeit zeigt sich schon daran, dass es immer mal wieder zu Abschaltungen einzelner Atomkraftwerke wegen kleinerer Vorfälle kommt. Auch ist die Endlagerfrage ungelöst. Atommüll muss für hunderttausende Jahre sicher gelagert werden. Das Atomlager Asse zeigt die Probleme nach nur 30 Jahren Lagerung.

Hinzu kommt das erhöhte Krebsrisiko für Menschen die in der Nähe von Atomkraftwerken leben oder in Atomkraftwerken arbeiten. Das Krebsrisiko nimmt zu je näher man am Atomkraftwerk lebt.

In der Debatte wird immer wieder angeführt, dass Atomstrom viel günstiger sei als konventionell oder nachhaltig erzeugter Strom. Dies ist aber nur durch Subventionen riesigen Ausmaßes möglich. Die Betreiber von Atomkraftwerken haben steuerfrei Gewinne in Höhe der Entsorgungsrückstellungen bis zum Ende der Laufzeit. Außerdem sind Sie weitest gehend davon freigestellt, Haftpflichtversicherungen abzuschließen.

Es ist eine Frage der Zukunft unserer Gesellschaft,  Atomkraftwerke abzuschalten. Kurzssichtige Gewinninteressen dürfen dem nicht entgegenstehen. Deshalb ist die geplante Abschaltung von Grohnde 2017 auf jeden Fall einzuhalten.