Mehrheit ist für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren PDF Drucken E-Mail
Montag, den 23. Mai 2016 um 16:26 Uhr

Turboabitur stoppen

ingehger3Eine Umfrage unter Eltern in NRW ergab eine überwältigende Mehrheit für eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. Es gibt viele Gründe dafür, aber vor allem wollen die Eltern, dass ihre Kinder mehr Zeit fürs Leben und zum Lernen haben.

 

Die rot-grüne Landesregierung war mit dem Versprechen gestartet, das Turboabitur zurück zu nehmen. Vor allem Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte immer wiederholt, sie wolle „Kein Kind zurück lassen.“ Aber dann in der Regierung konnte sich weder die SPD-Ministerpräsidentin noch Schulministerin Löhrmann von den Grünen für eine Rückkehr zum Gymnasium von neun Jahren (G9) entscheiden. Stattdessen wurden Überprüfungen angekündigt, wie mit weniger Hausaufgaben oder Klausuren eine Entlastung der Schülerinnen und Schüler möglich sei.

 

Die Partei DIE LINKE war von Anfang an gegen das Turbo-Abi und hat sich in den letzten Jahren immer wieder deutlich dagegen positioniert. DIE LINKE meint, Schule ist nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum. Doch durch die Verkürzung der Schulzeit führt Schule zu immer mehr Stress: nicht umsetzbare Lehrpläne, erschöpfte Schülerinnen und Schüler, genervte Eltern, frustrierte und überarbeitete Lehrerschaft und immer mehr Nachhilfe für diejenigen, die es sich leisten können. Die Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Eltern das auch so sieht. Es läge jetzt an der Landesregierung zu liefern, aber SPD und Grüne haben (nicht nur) in Sachen Bildung wiederholt ihr Desinteresse an der Meinung von Eltern, Schüler*innen, Lehrer*innen und Expert*innen bewiesen.

 

DIE LINKE setzt sich allerdings für mehr ein als nur für eine Rückkehr zum G9-System. Wir fordern Gemeinschaftsschulen als eine Schule für alle, in der alle von der ersten Klasse bis zum Abitur ganztägig länger gemeinsam lernen können. Diese Schulen bauen nicht nur die extreme Abhängigkeit des Bildungserfolges vom Geldbeutel der Eltern ab. In einer guten Schule für alle profitieren auch die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler von der individuellen Förderung.

 

von Inge Höger, MdB DIE LINKE (Foto)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. Mai 2016 um 16:30 Uhr