Weltpremiere: Pausenhof mit stark befahrener Straße PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 16. November 2018 um 18:49 Uhr

Ein Schild(esche)bürgerstreich

 

Bernd-Adolpf-klDa ist sie nun beschlossen – die vermutlich einzige Schule in Deutschland, über deren Pausenhof eine stark befahrene Straße (An der Reegt) führt. Ein „Leuchtturmprojekt“, wie der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Rat, Julkowski-Keppler, formuliert. Was die zu erwartende Geschosshöhe der neuen Schule anbetrifft, hat er da auch sicherlich recht, aber sonst?

Mal unabhängig von der Kritik an diesem Beschluss möchte ich etwas Anderes anmerken:

Im politischen Geschäft ist Glaubwürdigkeit ein hohes, wenn nicht das höchste Gut. Beispielhaft wurde dies in den Redebeiträgen von Bernd Vollmer (LINKE) und Frau Dedering (BfB), deren Argumente aber ignoriert wurden. Und die anderen?

 

 

So aufrecht wie ein Leuchtturm stehen die Bezirksvertreter der CDU, der SPD und der GRÜNEN aus Schildesche sicher nicht mehr. Sie sind in weiten Teilen umgefallen.

 

 

 

Welche Absichtserklärungen aus Schildesche hat es da im Vorfeld gegeben?

Die CDU, vertreten durch Herrn Wasyliw in der BZV Schildesche, hielt am 3.10. in der BZV einen polemischen Vortrag, in dem er u.a. die fehlenden Kostenanalysen als unseriös und untauglich für eine Entscheidung darstellte. In der künstlerischen Note durchaus ansprechend, war es sachlich „heiße Luft“, denn natürlich stimmte auch Herr Wasyliw mitsamt der CDU – Fraktion für den zuvor so scharf scharf kritisierten Vorschlag der Verwaltung.

 

Die SPD fragt sich seit den verlorenen Landtagswahlen in Bayern und Hessen, warum sie immer mehr Stimmen verliert. Ein kleiner Hinweis: Wenn man, wie die Fraktionsvorsitzende der SPD in der BZV Schildesche, Frau Kleinekathöfer, schon wenige Tage nach der letzten BZV-Sitzung in der Presse äußert: „Das ist ein guter Kompromiss“ – im Widerspruch zu den vorherigen Bekenntnissen und ohne dass eine einzige sachliche Information hinzukam -,“ dann darf man sich doch nicht wundern, dass die Menschen den Eindruck haben: Diese Partei entscheidet im Zweifelsfalle gegen die eigenen Überzeugungen. („Die Menschen wissen nicht mehr, wofür die SPD steht“)

 

Eine neue und v.a. überzeugende Begründung für den Haltungswechsel fand sich auch nicht in dem Redebeitrag der SPD-Politikerin Sylvia Gorsler, die sich um den Posten der Bezirksbürgermeisterin Schildesche bewirbt. Lediglich eine Stilblüte bleibt in Erinnerung, wie man sie in der politischen Arena selten hören darf: „Nun wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen – und Schildesche hat eine schöne Kirche“, begann sie ihren Beitrag. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Und die GRÜNEN? Die Grünen aus der BZV haben sich etwas langsamer in die Horizontale bewegt, indem sie äußerten: „..ein Kompromiss, mit dem man leben kann“. Der stv. Bürgermeister Schildesches, Prof. Sauer, versuchte mit dem durchaus richtigen Hinweis auf die problematische Vorgehensweise der Verwaltung dieser den „Schwarzen Peter“ für das eigene Abstimmungsverhalten zuzuschieben, erhielt aber gleich von dem o.g. Leuchtturmwärterden Rüffel, doch bitte keine Vergangenheitsbewältigung zu betreiben.Ein Partei“freund“ halt!

 

Sollten in den kommenden Jahren Probleme auftauchen derart, dass der Neubau doch auf 4-5 Stockwerke erhöht werden muss, dass es Bürgerproteste wegen eines Verkehrsunfallproblems an der „Reegt“ gibt, oder weil der neue Investor auf dem derzeitigen Schulgrundstück lediglich Hochpreiswohnungen anbietet, dann kann man den o.g. Parteien nur sagen: „Ihr habt dies so gewollt!“

 

Bernd Adolph / DIE LINKE in Schildesche

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 16. November 2018 um 19:02 Uhr