Rütli ist für Integration nicht geeignet PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 18. Januar 2017 um 13:31 Uhr

Räumung des Übergangsheims Teichsheide ist ein schwerer sozialpolitischer Fehler

Barbara-Schmidt-kl"Die geplante Aufgabe des Übergangsheims Teichsheide ist ein schwerer sozialpolitischer Fehler", erklärt Barbara Schmidt, Fraktionsvorsitzende der Linken im Bielefelder Stadtrat. "Das Übergangsheim für Flüchtlinge liegt hier mitten im Wohngebiet. Herr Bensch, Sozialarbeiter der Hellingskampschule, hat zusammen mit Kindern geflüchteter Familien das Konzept der internationalen Klasse entwickelt. Das Freizeitzentrum Helli und die Kita bilden tragende soziale Netze für die Geflüchteten. Über viele Jahre haben sich sozial-integrative Strukturen entwickelt, die unbezahlbar sind."

Sozialdezernent Nürnberger hatte im Dezember 2016 angekündigt, dass stark sanierungsbedürftige Übergangsheim Teichsheide freiziehen zu wollen und die Geflüchteten, insbesondere Familien, in den Rütli umzusiedeln.

 

Barbara Schmidt dazu: "Klar muss das Haus in der Teichsheide saniert werden und sicher müssen dafür zumindest Teile des Hauses zeitweise geräumt werden. Der Rütli, mitten im Teutoburger Wald und weit weg von Schule, Kita und anderen sozialen Einrichtungen, ist schlicht nicht geeignet. Es kann gerade für Familien kein Ersatz für das sozial integrierte und vernetzte Übergangsheim Teichsheide sein."

Die Linke schlägt vor, andere Nutzungsmöglichkeiten für den Rütli beispielsweise als Studierendenwohnheim zu prüfen. Auch für diese Nutzung wären eventuell Fördergelder einsetzbar. Aus finanziellen Erwägungen gewachsene und erprobte sozialräumliche Integrationsstrukturen zu zerschlagen, ist falsch.