Anlaufstelle einrichten anstatt Verdrängen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 04. April 2017 um 05:59 Uhr

Kommentar zur Diskussion um die "Tüte"

Dr.Hartwig-Hawerkamp-klDer Aufenthalt der suchtkranken Menschen an der „Tüte“  ist vor allem deshalb ein Problem, da diese Menschen seit dem Abriss des früheren „Pavillons“ in der Nähe des Hauptbahnhofes keine Möglichkeit mehr haben, sich tagsüber durchgehend an einem Ort aufzuhalten.

An der „Tüte“ können sie sich kurz aufwärmen und unter sich bleiben. „Gewalttätiges Verhalten“ gegenüber den Vorbeilaufenden sind weiterhin äußerst selten, die meisten Passanten fühlen sich in erster Linie von dem Anblick der Süchtigen gestört.

 

Der frühere „Pavi“ beinhaltete die Möglichkeit, dass er eine zentrale und niedrigschwellige Anlaufstelle für diesen Teil der Szene darstellte, in dem ihnen die Möglichkeit angeboten wurde, sowohl die Hilfe von Sozialarbeitern als auch eine regelmäßige medizinische und ärztliche Versorgung in Anspruch zu nehmen.

 

Ich halte die Wiedererrichtung einer solchen Aufenthalts- und Versorgungseinrichtung für weiterhin notwendig, denn auf diese Weise können nachhaltig die sozialen Auswirkungen, (Beschaffungsdelikte, Obdachlosigkeit etc.) und gesundheitlichen Folgeerkrankungen der chronisch Suchterkrankten (HIV, Hepatitis etc.) minimiert und gesellschafts- und sozialpolitisch adäquat und einvernehmlich gelöst werden.

 

Dr. Hartwig Hawerkamp / DIE LINKE - Bezirksvertreter in Schildesche