Humanitäre Krise in Griechenland stoppen! PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 16. Juli 2015 um 20:29 Uhr

Die Folgen der Austeritätspolitik und Spendensammlung für Solidaritätskliniken in Griechenland


spendesoliklinikkleinDie Finanzkrise Griechenlands und die Forderungen nach weiteren Einschnitten in die Sozialsysteme beherrschen die Nachrichten. Aber was diese Kürzungspolitik für die Menschen in Griechenland bedeutet, davon berichtete Dr. med. Angelika Claußen auf Einladung der Bielefelder LINKEN.

 

Angelika Claußen, europäische Vorsitzender vom IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V) war Mitglied einer Delegationsreise von 25 Ärzten nach Athen.

 

 

 

„Das Recht auf Gesundheit ist ein Menschenrecht. Dass der IWF, die EU und die deutsche Bundesregierung die schwere Krise des Gesundheits- und Sozialsystems völlig ausblenden, kann nur als menschenverachtend bewertet werden“ so Angelika Claußen.

 

Die Menschen vermeiden jede Behandlung, solange sie nur können und verschlimmern damit ihre Krankheiten. In Griechenland sterben Menschen, weil sie nicht krankenversichert sind. Viel häufiger als früher gibt es unterernährte Mütter, Babys und Kinder. 3 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung, Diabetiker und Krebskranke, die sich ihre Medikamente nicht mehr leisten können, erste Malariafälle und immer mehr Obdachlose – das ist die derzeitige Situation in Griechenland. In Griechenland wurde durch die Sparpolitik das Gesundheitsbudget um 40% zusammengestrichen.

 

Unter dem Druck der Krise sind in vielen griechischen Städten und Gemeinden Strukturen der Selbsthilfe und Solidarität entstanden. Bekanntes Beispiel sind die sogenannten „Solidarity Clinics“, die nicht nur die Basisgesundheitsversorgung der Menschen ohne Zugang zum Gesundheitswesen übernehmen, sondern auch Unterstützung in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens bieten.

 

 

Der türkisch-stämmige Arzt Dr. Alper Öklen, der zweite Bielefelder Delegationsteilnehmer berichtete begeistert von dem ehrenamtlichen Engagement der griechischen Ärzte.

 

An dem Abend wurden 471,- Euro zur Unterstützung der Solidaritätsklinik in Nea Smirni gesammelt. Damit sind auf den Veranstaltungen der LINKEN bereits knapp 5.000, - gesammelt worden, die unter anderem für die Anschaffung eines EKG-Gerätes verwendet wurden.

 

„Gesundheit und soziale Mindestsicherung muss vor Schuldenrückzahlung gehen. Wir brauchen ein Ende der absurden Kürzungspolitik, das diktierte Reformpaket ist wirtschaftlich unsinnig und wird die soziale Lage der Menschen in Griechenland noch verschärfen. Das ist für Europa unwürdig.“ sagt Carsten Strauch, Kreissprecher DIE LINKE Bielefeld.

 

Hier: Ärzte Delegation fordert Stopp der Kürzungspolitik

Hier: 

EU Auflagen zerstückeln Gesundheitssystem

 

 

Bild von links: Carsten Strauch, Angelika Claußen und Günter Seib freuen sich über die Spenden