Demonstration am 27.01. in Köln PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 25. Januar 2018 um 16:35 Uhr

Deutsche Panzer raus aus Kurdistan  

syrienkurdendemo

Tausende Menschen haben am Samstag in Köln gegen den Angriff der türkischen Armee auf die nordsyrische Provinz Afrin demonstriert. 

Die Teilnehmer verurteilten die Rolle der Großmächte, die die kurdische Bevölkerung der Region als Spielball betrachten, der bei Bedarf fallen gelassen wird.

Die deutsche Bundesregierung wurde dafür kritisiert, dass sie keine klare Haltung gegen das Erdogan-Regime bezieht und die türkische Armee massiv mit Waffen ausgerüstet hat, die nun gegen die Bevölkerung in Nordsyrien eingesetzt wird. 

 

 

Immerhin, einen Teilerfolg haben die Proteste der letzten Tage erreicht: Die Bundesregierung verzichtet vorerst auf die zunächst geplante Unterstützung bei der Modernisierung der Panzer der türkischen Armee. Doch Vorsicht ist angezeigt. Die neue Regierung könnte dieses Geschäft durchwinken, wenn der öffentliche Druck nachlässt.

Frank Schwarzer /  Kreisvorstand DIE LINKE Bielefeld

 

 

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 Aufruf zur Teilnahme:

Weltweit wird gegen den türkischen Angriff auf die syrische Provinz Afrin protestiert. Am Samstag findet in Köln eine bundesweite Demonstration statt.

 

Die türkische Armee greift gemeinsam mit islamistischen Milizen und ausgerüstet mit deutschen Panzern jene Frauen und Männer an, die entscheidend zur Befreiung vom IS beigetragen haben und dafür viele Opfer zu beklagen hatten.

 

 

Bisher blieb die Provinz Afrin vom Krieg weitgehend verschont und konnte hunderttausenden Flüchtlingen Schutz bieten. Jetzt hat der völkerrechtswidrige Krieg der Türkei bereits nach wenigen Tagen viele Opfer gefordert. In seinen Kriegsreden kündigt Erdoğan offen an Kurdinnen und Kurden aus Afrin zu vertreiben.

 

Afrin ist Teil der Demokratischen Föderation Nordsyrien. Dort wurden in den letzten Jahren trotz miserabler Voraussetzungen große Erfolge erzielt: Demokratische Selbstverwaltung, die Gleichberechtigung der Frau und der Aufbau einer multiethnischen, multireligiösen Gesellschaft. Der IS akzeptiert das ebenso wenig wie die Regime von Ankara über Damaskus und Riad bis Teheran. Die Rolle Deutschlands ist dabei eine unrühmliche. Noch nie hat eine Bundesregierung mehr Rüstungsexporte in Spannungsgebiete genehmigt als die GroKo in den vergangenen Jahren.

 

Lasst uns gemeinsam am Samstag in Köln unsere Stimmen für Frieden und Freiheit ins Syrien erheben. Wir fordern:

 

  • Ein sofortiges Ende der Rüstungsexporte in die Türkei!
  • Die Bundesregierung muss sich eindeutig gegen den völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei positionieren.
  • Die tödlichen Machenschaften des türkischen Geheimdienstes MIT hierzulande sind

konsequent zu unterbinden.

  • Die demokratischen Rechte der kurdischen Bewegung müssen auch in Deutschland

durchgesetzt werden.

 

Achim Lübbecke (attac)

Frank Schwarzer (DIE LINKE Kreisverband Bielefeld)

Oliver Wagner (interventionistische Linke)

 

 Foto: Protestaktion in Bielefeld (Archiv)

 

Hier: Infos zur Demo und zum Konflikt