Demonstration von Integrationslehrer*Innen PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 13. November 2015 um 20:38 Uhr

Bessere Bezahlung, Abschluss eines Tarifvertrages und mehr Festanstellungen für Deutsch-LehrerInnen von Migranten und Flüchtlingen!

integrationsstreik1In Bielefeld haben rund 200 Lehrkräfte aus OWL demonstriert. Zur zweieinhalbstündigen Arbeitsniederlegung hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen.

Ulla Jung von der GEW sagte unter Beifall der Teilnehmer*Innen: "Mit einem Nettostundenlohn zwischen fünf und sieben Euro liegen wir unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Das ist ein Skandal und nicht länger hinnehmbar“

Das meint auch DIE LINKE und erklärte sich mit den Forderungen der Integrationslehrer*Innen solidarisch.

 

Barbara Schmidt überbrachte folgendes Grußwort auf der Versammlung:

 

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Das schnelle und gute Erlernen der deutschen Sprache ist der entscheidende Schlüssel zur Integration von Migranten und Flüchtlingen.

 


Das betonte das Bundesministerium des Innern schon 2004, als es feststellte:
„Je besser ein Mensch die Sprache des Landes beherrscht, in dem er auf Dauer leben wird, desto größer ist seine Chance, sich in angemessener Zeit zu integrieren. Die Erlangung der deutschen Sprache in Wort und Schrift nach einheitlichen Qualitätskriterien und kontrollierten Lernzielen liegt daher im Interesses des Zuwanderers, aber auch des Aufnahmelandes.“

 

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Diesen hehren Worten entspricht allerdings nicht die völlig unzureichende Finanzierung der Integrationskurse. Ihr arbeitet seit Jahren als ausgebildete Deutsch-LehrerInnen zu völlig unzureichenden Löhnen als Selbständige oder befristet Angestellte für unterschiedliche Träger, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

 


Die zu geringe Bezahlung von 2,94 Euro pro Teilnehmer, 20 Euro Mindesthonorar als Untergrenze der Bezahlung, Nichtvergütung von Krankheitstagen, Feiertagen und Ferien reichen kaum zum Leben. Bei vielen von euch ist Altersarmut vorprogrammiert.
Guter Deutschunterricht für Migranten und Flüchtlinge hat seinen Preis!

 

Wir unterstützen deshalb eure Forderungen nach:


- Deutlich mehr Festanstellungen im Bereich der Integrationskurse.


- Eine Bezahlung, die sich an den Gehältern von Berufsschullehrern orientiert.


- Einen Tarifvertrag.


- Bei Freiberuflern ein Mindesthonorar von 60 Euro, um alle Risiken abzusichern, auch das im Alter.


- Schluss mit der Absenkung des Qualitätsniveaus in den Kursen.

 

Wir wünschen euch bei eurem Kampf viel Kraft, Mut und Erfolg bei der Durchsetzung eurer berechtigen Forderungen.

Carsten Strauch
Kreissprecher DIE LINKE Bielefeld

Barbara Schmidt
Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Rat

Inge Höger
Mitglied des Deutschen Bundestages
Fraktion DIE LINKE

Hier: Infos zum Hintergrund des Streiks 

 


logodasmussbielefeldSelbstverständlichkeiten wieder selbstverständlich machen.

DIE LINKE sagt: Selbstverständlichkeiten wie eine planbare Zukunft und soziale Absicherung müssen tatsächlich wieder selbstverständlich werden. Das ist das Mindeste, das in einem reichen Land wie Deutschland drin sein muss: - Befristung und Leiharbeit stoppen. - Mindestsicherung ohne Sanktionen statt Hartz IV. - Arbeit umverteilen statt Dauerstress und Existenzangst. - Wohnung und Energie bezahlbar machen. - Mehr Personal für Bildung, Pflege und Gesundheit. Mehr INFOS unter:

 

Hier: Facebook - Das muss drin sein auch in Bielefeld

 

 

Bilder: Kundgebung / Barbara Schmidt