Sparen auf Kosten der Armen PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 15. März 2016 um 20:54 Uhr

Endlich mehr Wohngeld
Auch mehr Geld für die „Kosten der Unterkunft“?

 

Marlis-Bussmann-klDas Wohngeld für Menschen mit geringem Einkommen wurde zum 1. Januar 2016 um durchschnittlich 39 Prozent erhöht. Es haben jetzt deutlich mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld, da die Einkommensgrenzen erhöht wurden und Heizkosten berücksichtigt werden. Ein Wohngeldantrag lohnt sich! Die neue Wohngeldtabelle sowie weitere Infos sind unter www.wohngeld.org zu finden.

Dagegen ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt katastrophal. Es gibt es praktisch keine preiswerten Mietangebote mehr in Bielefeld, vor allem nicht für Singles und größere Familien. Seit Jahrzehnten wurde beim sozialen Wohnungsbau gekürzt. Und die Mieten wurden ständig erhöht. So kalkuliert die Bundesregierung in der Wohngeldtabelle für Bielefeld mit 18 Prozent Mietsteigerung seit dem Jahr 2009.

Als Obergrenze für Miete und Heizung bei Hartz IV und Grundsicherung („Kosten für die Unterkunft“) hat Bielefeld noch immer die Werte des Jahres 2005. Das ist rechtswidrig, da die Stadt die realen angemessen Wohnkosten erstatten muss.

 

Wer klagt, hat sehr gute Chancen, dass die Stadt auch Wohnkosten oberhalb der jetzigen Grenze übernehmen muss; mit „Überprüfungsantrag" auch für ein Jahr rückwirkend.

Jetzt plant die Verwaltung erstmals ein „schlüssiges Konzept“ für die angemessenen Kosten der Unterkunft. Das fordert DIE LINKE schon seit Jahren. Höhere Beträge sind aber im städtischen Haushalt für die nächsten Jahre bisher nicht eingeplant.
Will die Stadt die Armen weiterhin um einen Millionenbetrag prellen?

 

Marlis Bußmann
Ratsmitglied