Geschönte Zahlen-Welt der Agentur für Arbeit: PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 10. Mai 2016 um 16:22 Uhr

Arbeitslosigkeit und unsichere Arbeitsverhältnisse prägen den Arbeitsmarkt auch in Ostwestfalen-Lippe

Geht man nach den monatlichen Veröffentlichungen der Agentur für Arbeit (AA), sieht die Arbeitswelt fast schön aus. Manche reden sogar von Vollbeschäftigung. Dabei kommt ein großer Teil der Arbeitslosen in den veröffentlichten Zahlen gar nicht mehr vor: allein für Ostwestfalen weist die Statistik fast 20.000 Arbeitslose oder 27 Prozent weniger aus als tatsächlich ohne Erwerbsarbeit sind. So werden beispielsweise Menschen in Fortbildung oder über 58 Jahren gar nicht mitgezählt (siehe Grafik). Gar nicht erfasst werden Arbeitssuchende, die aus verschiedenen Gründen kein Arbeitslosengeld oder Grundsicherung beziehen.

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Befristungen, Leiharbeit und Werkverträge machen Arbeit immer unsicherer

 

Es gab eine Zeit, da war eine Arbeitsstelle unbefristet und sozialversicherungspflichtig. Ein solches Arbeitsverhältnis wurde „normal“ genannt. Seit den Arbeitsmarktreformen der SPD/Grünen Bundesregierung von 2001 ist der Anteil der unsicheren Beschäftigung rasant gestiegen. Vollwertige Arbeitsplätze wurden in Minijobs und befristete Anstellungen umgewandelt. Die Regierungen Schröder und Merkel haben dies gezielt gefördert. „Schlechte Bezahlung, Angst vor Arbeitslosigkeit, Depressionen und Zukunftsängste sind nur einige Folgen dieser katastrophalen Entwicklung“, so Inge Höger.


Mit der Initiative NRW 2020 will der Deutsche Gewerkschaftsbund in Nordrhein-Westfalen dieser Entwicklung entgegen wirken., Hier, wo der Strukturwandel besonders viele Arbeitslose produziert hat, sollen bis 2020 landesweit 500.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geschaffen werden.

 

Mensch muss von Arbeit leben können und nicht ständig Angst vor der Zukunft haben. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.


Quelle: Newsletter Mai/2016, Inge Höger, MdB DIE LINKE