Protestaktion gegen Lohndumping bei Real PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 20. Juli 2018 um 17:19 Uhr

Schwarzer Freitag für Metro AG 

realprotest2Am vergangenen Freitag, den 13.ten 2018 fand in Bielefeld beim Real-Markt an der Teutoburger Straße eine kreative Protest-Aktion statt, an der ca. ein Dutzend Menschen teilnahmen, um auf die Praktiken der Einzelhandelskette Real (Metro AG) und der Scheingewerkschaft DHV aufmerksam zu machen.

 

Sie folgten dem Aufruf der Bürgerrechtsbewegung ./.arbeitsunrecht. e.V., die dazu in einer aktionarbeitsunrecht aufgerufen hat. In bundesweit mehr als 20 Städten fanden am Freitag, den 13.ten vor den Real-Märkten unter dem Motto »Der Horror ist Real« bunte und kreative Aktionen statt.Mehr unter https://aktion.arbeitsunrecht.de

 

 

Vor dem Bielefelder Real-Markt wurden zwei kleine Fußballtore aufgestellt. Wer braucht denn schon eine WM? Sinnbildlich spielte ein Real-Beschäftigter, mit Krücken ausgestattet; gegen das Management von Real. Begleitet von einem Schirivon der DVH.

Um die Passant*innen aufmerksamer auf die Aktion zu machen, kam auch eine Großpuppe mit Vampirzähnen zum Einsatz, während Flyer und Zeitungen zur Thematik verteilt wurden.

 

Alles in Allem wurde dies eine gelungene Aktion. Eine Aktion der Solidarität mit den Beschäftigten der Einzelhandelskette Real, sowie der Gewerkschaft Verdi, die an diesem Tag ihre Mitglieder zum Streik aufrief.

 

Veranstalter war der „Rote Punkt OWL“. Der „Rote Punkt OWL“ ist ein Zusammenschluss von aktiven Gewerkschaftern*Innen, die sich in Bad Oeynhausen an einem Freitag, den 13.ten im Frühjahr 2017 bei einer ähnlichen Aktion von „aktionarbeitsunrecht“ gründeten. Damals richtete sich der Aktionstag gegen die „Median-Kliniken“. Bei einer anderen Aktion war „Rote Punkt OWL“ bereits auch in Herford gegen die Handelskette H&M aktiv geworden.

Bei letztgenannten Aktionen gab das mehr Teilnehmer*innen an der Aktion, auch weil „aktionarbeitsunrecht“ in Bielefeld noch nicht so gut verankert ist und die Zeit zur Vorbereitung der Aktion kurz war.

 

Der rote Punkt wird aktiv gegen Unternehmen, die Menschen angreifen, weil sie bei ihnen arbeiten, ohne auf ihre Rechte und ihre Würde verzichten zu wollen. Deshalb werden gerne solche aktive Menschen mit dieser Veranlagung gesucht. Menschen, die sich an kommende Aktionen, kommende Freitage, den 13.ten aktiv beteiligen möchten. Kontakt kann unter der folgende E-Mail aufgenommen werden: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Hintergründiges:

Am 8. Juni 2018 hat die Metro AG die 34.000 Beschäftigten ihrer Real-Märkte in die neue „Real GmbH“ überführt.

Mithilfe der DHV will die Metro AG Dumping-Tarifverträge abschliessen. Bei Vollzeit gibt das 40% weniger Lohn, das Urlaubsgeld soll halbiert, das Weihnachtsgeld geviertelt werden. Überdies soll die Arbeitszeit von 37,5 Std. auf 40 Std. erhöht werden.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass der deutsche Staat nach offiziellen Angaben Niedriglöhne im Einzelhandel mit 1,4 Milliarden Euro subventioniert und die Menschen in solchen Arbeitsverhältnissen aufgrund der Hungerlöhne mit Hartz IV aufstocken müssen.

 

Real setzt verstärkt auf Werkverträge und Leiharbeit, auch in Kernbereichen wie den Kassen. In vielen Filialen der Real-Märkte sollen bis zu 50 Prozent laut der Beschäftigten Leiharbeiter             *innen sein. Das Equal-Pay-Gebot (gleicher Lohn für gleiche Arbeit), dass die SPD im April 2017 im Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz (AÜG) verankern konnte, unterläuft Real mit einem simplen Trick. Equal Pay gilt laut AÜG nach neun Monaten Einsatz am selben Ort. Die bei Real eingesetzten Leiharbeitsfirmen entlassen oft viel früher oder befristen schon von vornherein auf einen kürzeren Zeitraum.

 

 

Bericht vom Teilnehmer Norbert