Qualitativen Aufwertung einer zentralen ÖPNV-Station verhindert PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 25. Juli 2017 um 15:26 Uhr

Bahnhof Brackwede: Linke kritisiert Untätigkeit der Verwaltung und fehlende Transparenz

Bernd-Vollmer-grAktuell ist aus der Presse zu entnehmen, dass ein Investor eine westlich vom Bahnhof Brackwede gelegene Fläche mit Großgaragen bebaut. Dieses Bauvorhaben verstößt gegen Beschlüsse der Politik sowohl in der Bezirksvertretung Brackwede als auch im Stadtentwicklungsausschuss.

Umfangreich wurde die Entwicklung des Umfeldes des Bahnhofes Brackwede am 31. Januar 2017 im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert. Dabei stellte die DB AG zusammen mit der Stadtverwaltung die Pläne zur Modernisierung des Bahnhofes Brackwede vor. Hier wird in den nächsten Jahren eine zweistellige Millionensumme investiert: d.h. Bahnsteige werden behindertengerecht erhöht, Fahrstühle als Zugang zu den Bahnsteigen errichtet und der Bahnsteigtunnel saniert.

 

Im Zusammenhang mit der Neukonzeption des Fernbushaltes in Brackwede wurde auch der Mangel an ausreichenden P+R Parkplätzen moniert. Daraufhin wurde für die private Fläche an der Einmündung Eisenbahnstraße – Gütersloher Straße durch die Bezirksvertretung Brackwede ein Bebaungsplan mit dem Zweck P+R am 22. Juni auf den Weg gebracht und von dem Stadtentwicklungsausschuss am 27. Junibeschlossen (sogenannter Aufstellungsbeschluss). Sowohl die Bezirksvertretung Brackwede als auch der Stadtentwicklungsausschuss am 31. Januar haben der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Fläche zu erwerben.

 

Die Linke kritisiert, dass weder am 31. Januar noch im Juni über die bestehende Baugenehmigung berichtet wurde.

„Offensichtlich funktioniert es nicht“, so Bernd Vollmer, Sachkundiger Bürger im Stadtentwicklungsausschuss, „dass die politischen Gremien in ausreichender Weise über Bauanträge informiert werden.“ Es ist nicht das erste Mal, das die Politik von Bauvorhaben überrascht wird und vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Hier ist das Baudezernat gefordert, endlich die organisatorischen und personellen Ressourcen zu transparenten Vorgängen zur Verfügung zu stellen,“ so Vollmer weiter.

 

Die Linke kritisiert auch, dass hier wieder einmal, trotz politischen Beschluss, eine Entwicklung zu Lasten einer qualitativen Aufwertung einer zentralen ÖPNV-Station geht.

Ein Parkplatz für Wohnmobile hat an dieser Stelle nichts zu suchen. Kritisch ist auch zu hinterfragen, ob bei der Verwaltung mittlerweile durch Personalabbau die fachliche Kompetenz im Bereich ÖPNV-Planung fehlt.

Schon vor zwei Jahren hätte mit Blick auf die Zukunft ein Bauantrag nicht genehmigt werden dürfen“, so Vollmer, „jeder Fachplaner sollte wissen, dass zu einem Bahnhof mit hochwertigem Halt im Nahverkehr eine ausreichend große Anzahl an P+R-Flächen gehört.“ 

 

 

Darauf hatte im übrigen vor zwei Jahren bereits ein Bürger in der Bezirksvertretung Brackwede hingewiesen. Auch im Hinblick auf die Antwort muss sich die Verwaltung ohne wenn und aber diesen Schuh anziehen.