Nachtflüge auf dem Flugplatz Windelsbleiche? PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 29. November 2017 um 18:07 Uhr

LINKE unterstützt Bürger*innen gegen Fluglärm

 

Christian-Varchmin-grDie Anwohner der Einflugschneise schreckten auf, als aus den Bielefelder Zeitungen im Juni 2017 erfuhren, dass der Geschäftsführer der Flughafen GmbH Nachtflugstarts und -landungen auf dem Flugplatz Windelsbleiche wünscht, da müsse der mit der Stadt Bielefeld geschlossene Vertrag doch “flexibler” gestaltet werden, wie er sich seinerzeit ausdrückte.

Seinen Vorstellungen zufolge wären so 50 Starts bzw. Landungen im Zeitraum zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr in der Frühe durchaus zumutbar.

Bislang haben die Einwohner des Pferdekampweges immer wieder neue Maßnahmen hinnehmen müssen, die der Gesundheit abträglich sind. So wurde in 1994 eine sogenannte Dauergenehmigung erteilt, die für Flugzeuge bis 3 t vorgesehen war.

Es folgte dann allerdings eine Landebahnverlängerung, die Böses erahnen ließ und vor wenigen Jahren einem 7,5 t schweren Düsenjet des Herrn Tönnies Starts und Landungen erlaubte.

 

Ich hatte bei einer Begehung eine Schallpegelmessung auf dem Flugplatz durchgeführt und mich davon überzeugen können, dass der Jet 98 dB(A) beim Start in ca 70 m Abstand erzeugt, das allerdings nur wenige Sekunden.

Das kann allerdings kein Argument für die Duldung sein, bei plötzlich auftretenden hohen Lärmpegeln schreckt man eben zusammen.

Nun das Finale, es soll auch nachts geflogen werden, ein entsprechender Antrag liegt dem Oberbürgermeister Pit Clausen vor. Er selbst hat es vermieden, klar Stellung für oder gegen eine Genehmigung zu beziehen sondern hat entschieden, rechtliche Prüfungen für Nachtflüge vornehmen zu lassen.

 

Die Anwohner sind entsetzt, fühlen sich im Stich gelassen und wehren sich mit einer Unterschriftenaktion, die auch von den Linken unterstützt wird.

 

Die Mitglieder derBezirksvertretung Senne  wurden auf einer Sitzung  über das Anliegen des Herrn Geertz informiert, Stellungnahmen und Nachfragen konnten nicht abgegeben werden. Von den Vertreterinnen und Vertretern ist wohl keine Zustimmung zu erwarten, wenn ein Grundrecht auf Nachtruhe (körperliche Unversehrtheit) so massiv  verletzt werden soll. Aber vielleicht hat man sie gerade deshalb außen vorgelassen. Wir warten immer noch auf eine Stellungnahme bzw. eine Mitteilung über den Sachstand der rechtlichen Prüfungen.

 

Christian Varchmin, Bezirksvertreter Senne für die Linke